Die Bekämpfung der Ausbreitung der Coronavirus-Pandemie stellt uns alle vor große Herausforderungen. Seit dem Ausbruch der Atemwegserkrankung COVID-19 steigt die Zahl der Infektionen und der Todesfälle in vielen Teilen dieser Welt weiterhin schnell an. Gleichzeitig stieg auch die Hilfsbedürftigkeit vieler ärmerer Familien weltweit, weil Nahrungsmittel schwieriger und teurer zu beschaffen sind, weniger Menschen als Tagelöhner Geld erhalten und auch Gesundheits- und Versorgungssysteme überlastet sind. Bereits mit dem Start der Krise Anfang März war uns klar: Wir möchten schnellstmöglich und gemeinsam mit unserem Partner KIDA in Uganda eine Nothilfe Aktion starten, um hier ansässigen besonders bedürftigen Personengruppen Unterstützung zu bieten. 

Corona-Krise in Uganda

Unter die Pandemie-Krisengebiete fällt auch Uganda: Dort wurde der erste COVID_19-Fall am 21. März bestätigt. Seitdem stieg die Zahl der Fälle nur langsam an. Seit Anfang Mai lässt sich jedoch ein exponentielles Wachstum beobachten, mit Stand von Mitte Mai 2020 gibt es laut der Johns Hopkins University mehrere hundert bestätigte Fälle. Das Corona-Virus hat jedoch indirekt schon viele weitere Menschen negativ beeinflusst und selbst das Leben gekostet, zum Beispiel durch den Stillstand von Transportmitteln zum Krankenhaus bei Notfällen oder Geburten.  

Die ugandische Regierung erlegt seit März starke Maßnahmen auf, um das Land vor dem Corona-Virus zu schützen. Darunter auch die Schließung aller Universitäten, Schulen und Kirchen, die Einstellung des öffentlichen und privaten Verkehrs, die Schließung aller Geschäfte bis auf den Lebensmittelhandel und ein Versammlungsverbot. Außerdem herrscht Maskenpflicht in der Öffentlichkeit.   

Das Land befindet sich seit Ende März weitgehend im Lockdown. Zwischen 19 Uhr und 6:30 Uhr herrscht strikte Ausgangssperre, die von der Polizei und dem Militär massiv und mit Gewalt durchgesetzt wird. Der Präsident informiert regelmäßig über die aktuelle Zahl der positiv auf COVID_19 Getesteten und die Situation der Menschen in Quarantäne, und ruft zu Vorsichtsmaßnahmen auf. Leider kursieren in den ugandischen Medien, wie auch hierzulande, viele Fake-News. 

Die Sorge und Angst einer landesweiten Epidemie ist in der Bevölkerung riesig. In Uganda leben die meisten Menschen mit unsteten Arbeitsverhältnissen oder sind arbeitslos. Zu Hause zu bleiben und die nötigen Lebensmittel, sowie Wasser, Hygieneartikel, Holzkohle etc. nicht auf Vorrat kaufen zu können, stellt eine sehr große Herausforderung dar. Viele teilen sich einen Raum mit der gesamten Familie oder ein Zimmer mit einem Mitbewohner.  

Hinzu kommen Hunger und ein Mangel an Wasserversorgung und sanitären Anlagen. Zudem sind Grundnahrungsmittel wie Mais oder Zucker seit dem Lockdown teurer geworden. Die verhängten Maßnahmen bedeuten eine massive Bedrohung der Lebensgrundlage vieler Menschen. 

Viele befürchten, dass die Einschränkungen zu Unruhen führen können, sobald sie in Form von Hunger spürbar werden. Ein wirtschaftlicher Zusammenbruch mit grassierender Armut, Krankheiten und Hunger könnte in Folge mehr Opfer fordern als das Coronavirus selbst, schreibt die Süddeutsche Zeitung am 14. April. Die Volkswirtschaft des Landes wird von der Pandemie hart getroffen werden. 

Problemlösung: Nothilfepakete für 258 Familien in Uganda

Wir handelten schnellstmöglich und gemeinsam mit unserem Partner KIDA (Katosi Intercommunity Development Alliance) im Süden von Mukono und starteten eine Corona Nothilfe Aktion, um Bedürftige (alleinerziehende Mütter und ihre Familien, Menschen mit Behinderungen, ältere Menschen und Kinder) aufzuklären und mit Lebensmittelpaketen versorgen zu können. Diese Region Ugandas ist besonders betroffen von den Maßnahmen der Regierung, um die weitere Ausbreitung des Virus einzudämmen. 

Unsere Partnerorganisation KIDA hat für 258 Familien (das entspricht 1.303 Personen) drei verschiedene Zielgruppen ausgewählt:  

  • 131 Familien, die in von Jugendlichen (zwischen 10 und 18 Jahren) geführten Haushalten leben 
  • 81 Familien von alleinerziehenden Frauen 
  • 46 Familien mit älteren Menschen und Menschen mit Behinderungen

Was beinhaltet ein Paket und was kostet es? 

Ein Paket kostet ca. 54€ und beinhaltet: 

  • 40 kg Maismehl   
  • 10 kg Bohnen  
  • 10 kg Reis 
  • 2 kg Salz   
  • 3 L ÖL 
  • 5 Stücke Seife 

 Spendenstand & Durchführung

Von Visions for Children e.V. hat KIDA bereits 12.726€ erhalten, womit 258 Familien unterstützt werden konnten. Die verteilten Lebensmittel für die Nothilfepakete stammten aus einem Warenhandel im Handelszentrum im Süden Mukonos, der Region Kisoga. Zudem wird der Spenden-Überschuss aus der Ramadan Nothilfe Aktion 2020 in Kabul an KIDA überwiesen werden, um die Aktion auf mehr bedürftige Familien ausweiten zu können. Sobald der Überschuss final ermittelt wurde, erfahrt ihr die Summer hier. 

Bilder von der bisherigen Verteilungsaktion seht ihr hier: