Laut UNHCR befinden sich derzeit 2,6 Millionen Binnenflüchtlinge in Afghanistan und sind auf humanitäre Hilfe angewiesen. Vertrieben oder geflohen vor Konflikten oder Dürre im eigenen Land, bleibt ihnen meist nichts Anderes übrig, als zu Tausenden in Flüchtlingscamps ums Überleben zu kämpfen. Sie müssen eisige Kälte leiden und bei bis zu -15 Grad Celsius und starkem Schneefall in Zelten schlafen, oft ohne Decken und wärmende Kleidung. Aufgrund nicht vorhandener Arbeitsmöglichkeiten finden die Menschen kaum einen Weg aus der Armut. Der Lohn für gelegentliche Arbeiten als Tagelöhner reicht einfach nicht dafür aus, die eigenen Familien zu ernähren. Geflüchtete Familien brauchen daher unsere Hilfe 

Krisenregion Afghanistan – Von Sicherheit kann keine Rede sein.

Die humanitäre Situation in Afghanistan bleibt trotz der ermutigenden Bemühungen bei den Friedensverhandlungen und des politischen Willens in Afghanistan komplex, das Land bleibt eines der unsichersten Länder der Welt. 

Afghanistan bleibt darüber hinaus die größte und am längsten andauernde Flüchtlingssituation in der Region Südmittelasien. Erneute Unsicherheit, Konflikte und Dürren führten 2018 zu Massenvertreibungen in Afghanistan, wobei schätzungsweise 270.000 Binnenvertriebene und 230.000 Menschen durch Dürre vertrieben wurden. Im Jahr 2019 wurden weitere 132.171 Personen durch den anhaltenden Konflikt vertrieben 

Kälte bezwingen, Hunger stillen.

Um den Menschen im Winter eine Perspektive zu geben, organisieren wir jährlich unsere humanitäre Nothilfe-Aktion und versorgen Familien mit Lebensmittel- und Sachgüterpaketen. Unsere Pakete beinhalten überlebenswichtige Güter, wie z.B. Decken und Eimer. Darüber hinaus versorgen wir die Familien mit Grundnahrungsmitteln wie Mehl, Öl, Zucker und Tee. Basics, die ihnen dabei helfen, keinen Hunger leiden zu müssen.  

In Zusammenarbeit mit dem Afghanischen Frauenverein, der 27 Jahre Erfahrung mit humanitärer Arbeit aufweisen kann und konkrete unbürokratische Direkthilfe leistet, werden die Güter rechtzeitig besorgt und an die Bedürftigen verteilt. So stärken wir die afghanische Wirtschaft und die Hilfe kommt direkt dort an, wo sie am dringendsten benötigt wird. 

Wohin fließen die Spenden ?

Das Camp Ghaibi Baba wurde vom Afghanischen Frauenverein vor Ort auf Bedürftigkeit, Größe und Sicherheitsbedingungen vor Ort geprüft. Es liegt im 8. Bezirk Kabuls, etwa 10 km südwestlich vom Stadtzentrum und existiert seit 2009. Derzeit leben rund 300 Familien im Flüchtlingscamp. Sie wurden aus anderen unruhigen afghanischen Provinzen, in denen eine schwierige Sicherheitslage herrscht und die häufig von Anschlägen betroffen sind (u.a. Nangahar, Wardak und Kapisa), hierher vertrieben.

Die Lebensumstände dieser Binnenflüchtlinge sind erschreckend schlecht, derzeit leben sie in Zelten oder Rohlehmbauten. Die meisten Menschen, die arbeiten, sind Tagelöhner, doch das Geld reicht bei den meisten nur knapp zum Überleben. Die wichtigsten Bedürfnisse der hier lebenden Familien sind sauberes Trinkwasser, Lebensmittel sowie medizinische Versorgung.

Auf Wunsch der Bewohner*innen des Camps möchten wir im Rahmen einer gemeinsamen Nothilfeaktion mit dem Afghanischen Frauenverein Lebensmittelpakete an die Familien verteilen.

Zusätzlich möchten wir in diesem Jahr mithilfe unseres Mitglieds Winuss Azizi das Flüchtlingscamp Shayda-ee in Herat unterstützen. Dort leben derzeit 250 sechs- bis achtköpfige Familien, die hauptsächlich aus den Provinzen Ghor und Farah wegen Unruhen und Gefechten nach Herat geflüchtet sind.

Was beinhalten die Paket?

Ein Lebensmittelpaket kostet 60 Euro und beinhaltet in etwa:

  • 50 kg Mehl
  • kg Zucker
  • 7 kg Reis
  • 7 kg Bohnen
  • 10 l Speiseöl
  • 1 kg Tee
  • 1 Decke
  • 1 Eimer

Ein Lebensmittelpaket reicht somit aus, um eine sechs bis achtköpfige Familie über die Wintermonate mit überlebenswichtigen Nahrungsmitteln auszustatten.

Unterstützen könnt ihr das Nothilfe-Projekt ab 1. November 2019 bis 31. Januar 2020.

Übrigens: Sobald der Bedarf der Familien gedeckt ist, fließen die überschüssigen Spenden unmittelbar in unsere Schulbauprojekte in Kabul, wo der Unterricht bislang für viele Schüler*innen auch im eisigen Winter noch in Zelten stattfindet. 

Unsere Nothilfeaktion in Kabul findet in Kooperation mit dem Afghanischen Frauenverein e.V. statt. Die Fotorechte der Fotos aus Kabul liegen ebenfalls beim Afghanischen Frauenverein e.V.