WASH-Programm -  Visions4Children

WASH-Programm

Otuke Bezirk, Uganda

Projektstart: 2022

Otuke Bezirk, Uganda

Projektstart: 2022

Spendenstand: 200.831 €

Ziel: 430.361 €

Mit dem WASH-Programm (Water, Sanitation, Hygiene) startet an sieben staatlichen Grundschulen ein Projekt zur Verbesserung des hygienischen Standards, zur Menstruationshygiene und zur Förderung nachhaltiger Schulstrukturen, die u.a. verschiedene Workshops beinhalten. Die sieben Projektschulen liegen im Bezirk Otuke, einer ländlichen Gegend im Norden Ugandas, deren Infrastruktur im Bildungswesen und in der Versorgung von Wasser und Strom infolge von Konflikten zum Teil zum Erliegen kam.

   

Die meisten der rund 6.000 Schüler*innen kommen aus finanziell schwachen Familien mit einem geringen Bildungsstand. An allen Schulen gibt es keinen Strom und der Zugang zu Wasser ist nur teilweise gegeben. Es fehlen sanitäre Anlagen und die, die vorhanden sind, befinden sich in einem desolaten Zustand. Diese Umstände führen dazu, dass der Schulbesuch insbesondere für Mädchen erheblich erschwert wird. Gemeinsam mit der Partnerorganisation Link to Progress (LTP) planen wir deshalb neue sanitäre Anlagen zu bauen, die Versorgung mit Wasser herzustellen, Schulspeisungen einzuführen und begleitende Workshops anzubieten.

Ausgangssituation

Die sieben staatlichen Grundschulen befinden sich in einer wirtschaftlich sehr schwachen, ländlichen Region im Norden Ugandas. Die rund 133.500 Einwohner*innen des Otuke Bezirks leben verteilt in 356 Dörfern, die teilweise sehr abgeschottet gelegen sind. Die meisten Familien erwirtschaften sich als Bauern ihre Lebensgrundlage selbst, 93% der Bevölkerung ist arbeitslos. Ugandas konfliktreiche Vergangenheit hat die Infrastruktur des Landes zu großen Teilen zerstört und damit auch dem Zugang zu Bildung erheblich geschadet. Aufgrund finanzieller Armut, dem Mangel an Ressourcen und Informationen fehlt es an zivilem und privatem Engagement. Die Unterstützung der Bildungsbehörde deckt nur grundlegende Ausgaben wie die Gehälter der Lehrer*innen.

   
Mangelnde Versorgung führt zu Schulabbrüchen
 

Die rund 6.000 Schüler*innen an den Grundschulen lernen ohne Stromversorgung, an drei von sieben Schulen sogar ohne Wasserversorgung. An den restlichen vier Projektschulen baute der lokale Projektpartner Link to Progress (LTP) bereits im Januar 2022 neue Brunnen. Insgesamt ist die hygienische Situation an allen sieben Schulen kritisch. Die meisten Latrinen sind in einem baufälligen Zustand, teilweise unbenutzbar und bieten keine Möglichkeit für einen hygienischen Toilettengang. Es stehen nur unzureichende Handwaschanlagen für die hohe Schüler*innenanzahl zur Verfügung. Durch lange Schlangen vor den Sanitäranlagen geht wertvolle Unterrichtszeit verloren. So teilen sich 430 Kinder ein Waschbecken oder 78 Kinder eine Toilette. Im Vergleich: Laut den Richtlinien der ugandischen Regierung sollen in Schulen jeweils eine Toilette und ein Waschbecken für je 40 Schüler*innen bereitstehen.  Für die Gesundheit und die Konzentrationsfähigkeit der Schüler*innen ist der Zugang zu Trinkwasser und Sanitärmöglichkeiten in der Schule essentiell. Außerdem erschweren die Sanitäranlagen einen inklusiven Schulbesuch, da sie nicht barrierefrei sind.

   

Der mangelnde Zugang zu sauberem Wasser sowie die unzureichenden Latrinen führen auch dazu, dass vor allem Mädchen während ihrer Periode der Schule fernbleiben. Fast ein Viertel der ugandischen Mädchen im Alter zwischen 12 und 18 Jahren brechen mit dem Beginn ihrer Periode die Schule sogar ganz ab. Die Gründe sind vielfältig und doch auf einen Mangel an angemessenen sanitären Einrichtungen und unzureichenden Hygieneprodukten zurückzuführen.

   

Der Ernährungszustand von Schüler*innen ist ein wichtiger Faktor für die Bildungsqualität. An den Projektschulen gibt es aktuell keine Schulspeisung, weil die vorhandenen Öfen nicht ausreichend für die Anzahl der Kinder sind. Aus diesem Grund müssen einige Schüler*innen aufgrund von Hunger den Schultag früher abbrechen, oder erscheinen erst gar nicht.

 
Zugang zu Bildung für Mädchen und Jungen mit Corona schlechter
 

In Uganda blieben die Schulen durch die Corona-Pandemie so lange wie in keinem anderen Land der Welt geschlossen – fast zwei Jahren erlebten die Schüler*innen keinen geregelten Schulalltag. Während die langen Schulschließungen dazu führten, dass sich die ohnehin prekäre Bildungssituation im Land weiter verschlechtert, ist die individuelle Situation für die Schüler*innen dramatisch. Anders als in weiten Teilen der Welt hatten die Schüler*innen in vielen Regionen Ugandas weder Zugang zu digitalen Lernmöglichkeiten noch die Mittel zu Hause den wichtigen Lernstoff nachzuholen. So sind viele der Schüler*innen ihrer schulischen Laufbahn weit hinterher – teilweise müssen sie wieder bei null beginnen.

   

Gleichzeitig hat sich durch die lange Schulschließung der Zugang zu Bildung für Mädchen und Jungen verschlechtert. Viele Mädchen in ganz Uganda finden aufgrund von Schwangerschaft und Ehe nicht den Weg zurück auf die Schulbank – so sind Teenagerschwangerschaften und Kinderehen mit der Pandemie drastisch gestiegen. Gleichzeitig wird Jungen der Schulbesuch aufgrund anderer Hilfstätigkeiten, die der Familie Unterhalt bieten, verwehrt.

Lösungen

Das Projekt setzt an drei zentralen Punkten an: Verbesserung der hygienischen Standards, Erweiterung des Wissens der Schüler*innen zu Geschlechtsreife, Pubertät und Menstruation sowie der Förderung nachhaltiger Schulstrukturen.

   

Die Verbesserung der hygienischen Standards wird durch die Bereitstellung einer Wasserversorgung, hygienisch einwandfreien Sanitäranlagen sowie durch Wissensvermittlung erreicht. Der Projektplan sieht daher den Bau von 3 Brunnen, 14 Handwaschanlagen, 12 Latrinenblocks inklusive 6 Waschräume für Mädchen vor. In den verschiedenen Workshops lernen die Schüler*innen den Umgang mit Wasser und Sanitäranlagen sowie die Bedeutung von Hygiene.

   

Insbesondere in den Workshops zum Thema Menstruationshygiene und Pubertät beschäftigen sich die älteren Schüler*innen mit dem weiblichen Zyklus und lernen, wie sie aus einfachen Materialien selbst Binden und andere Hygieneprodukte herstellen können. Das Aufbrechen von Tabus und die Vermittlung von Wissen in der gesamten Schülerschaft trägt dazu bei, dass die Schülerinnen dem Unterricht nicht aufgrund ihrer Periode fernbleiben und keinen Bildungsnachteil erhalten.

   

Um nachhaltige Schulstrukturen zu fördern, stärken wir mit dem lokalen Projektpartner LTP die Schulmanagement-Komitees und die Eltern-Lehrer*innen Komitees. In verschiedenen Workshops können sich Eltern und Lehrer*innen Maßnahmen zur Verbesserung der Schule aneignen, die unter anderem die Instandhaltung und Verwaltung der neuen Brunnen umfassen.  Außerdem ist die Einführung von Schulspeisungen ein zentrales Thema. Mahlzeiten in der Schule tragen dazu bei, dass die Schüler*innen konzentrierter lernen oder überhaupt am Unterricht teilnehmen können. So steigt für die Eltern der Anreiz, ihre Kinder in die Schule zu schicken, wenn sie dort eine Mahlzeit erhalten.

der lokaler partner – Link to Progess

LTP ist eine in Uganda eingetragene NGO, welche 2008 gegründet wurde. Hauptfokus von LTP ist die Versorgung vulnerabler Gemeinden in Uganda mit hygienischer Grundinfrastruktur, dem Zugang zu Grundbildung und Quality Learning. Der gesamte Bauvorgang der Anlagen wird von LTP kontrolliert, dokumentiert, betreut und evaluiert. Die Workshops werden ebenfalls direkt von LTP ausgerichtet.

Was bisher geleistet wurde

Erster Besuch der Projektschulen

Während unserer Ugandareise im Juni 2022 haben wir mit dem Projektpartner LTP die Projektschulen im Otuke Bezirk im Norden Ugandas besucht.