Bildung gibt jedem Kind die Chance auf ein besseres Leben. Sie schützt vor Ausbeutung und schafft die Basis für wirtschaftlichen und sozialen Fortschritt durch Selbsthilfe. Doch in Zeiten von Konflikten, Armut und Ungleichbehandlung bleibt vielen Kindern diese Chance verwehrt. Und falls sie doch das Privileg eines Schulbesuches haben, bleiben Lernerfolge aus und sie lernen nichts: 250 Millionen Kinder sind davon betroffen.

Uganda, Katosi – 2016

Bildung ist ein Menschenrecht

Bildung wird im Artikel 13 und 14 des UN-Sozialpakts (Internationaler Pakt über wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte, vom 16. Dezember 1966) als Menschenrecht anerkannt und ist ein zentrales Ziel der „2030 Agenda“. Der Bericht stellt ausgewählte Ergebnisse von Untersuchungen, politischen Strategien und Handlungsweisen vor, die zeigen, wie Bildung als Katalysator für die gesamte globale Nachhaltigkeitsagenda mit ihren 17 Zielen dienen kann.

Aktuelle Bildungslage

Laut dem Weltbildungsbericht 2015[1] besuchen weltweit 57 Millionen Kinder keine Schule. Als Folge einer unzureichenden Grundbildung können weltweit 758 Mio. Erwachsene weder lesen noch schreiben. Zwei Drittel davon sind Frauen. Die Möglichkeit auf Bildung ist in einem Krisenland keine Selbstverständlichkeit. Vor allem Armut, Krieg, fehlende Schulen und Infrastrukturen, hohe Schulgebühren, Kinderarbeit oder auch frühkindliche Ehen verhindern, neben weiteren Faktoren, den Schulbesuch. Eine unvorstellbare Wirklichkeit ist, dass es viele Kinder gibt, die trotz eines Grundschulbesuches von mindestens 4 Jahren Basisfähigkeiten wie z.B. Lesen, Schreiben und Rechnen nicht erlernen – laut Weltbildungsbericht 2015 handelt es sich dabei um etwa 250 Millionen Kinder in Kriegs- und Krisengebieten.

Afghanistan, Herat – 2016

Die Ursachen für diese gravierenden Zahlen sind weit gefächert: Grundsätzlich werden gesundheitliche Mängel, schlecht ausgebildete Lehrer sowie unzureichende Infrastruktur in den Schulgebäuden aufgezählt. Die nicht ausreichende Infrastruktur erstreckt sich von nicht vorhandenem Strom, Wasser, Klassenräumen, Sanitäranlagen, Schulmöbeln bis hin zu fehlenden Lern- und Lehrmaterialien.[2] Diese Situation führt unmittelbar zu einem Mangel an Lernatmosphäre, daher ist es auch nicht verwunderlich, dass die Konzentrations- und Aufnahmefähigkeit der Schüler so stark leidet und sie trotz Schulbesuchs geringfügige bis gar keine Kenntnisse erlangen. Diese Kinder tragen als Jugendliche und Erwachsene stetig zur Erhöhung der Analphabetenrate bei. 
Fehlende Klassenräume führen dazu, dass sich Schüler in überfüllte Klassenzimmer drängen. Der Mangel an Sanitäranlagen stellt ebenso ein großes Problem dar. Besonders betroffen von der Situation sind Mädchen: die Abwesenheitsquote und die Verschlechterung ihrer Leistung wird durch den Mangel an privaten Toiletten, Hygieneartikeln und ein auf Hygiene bezogenes Stigma beim Einsetzen der Menstruation erhöht. Dadurch wird ihr Zugang zu Bildung maßgeblich beeinträchtigt.

Eine angemessene Lernumgebung ist somit essentiell, um die Bildungsqualität der Schulen und den Lernerfolg der Schüler zu fördern.

Wirkung von Bildung

Die positiven Auswirkungen sind vielschichtig: Durch das Erlangen von Bildung erweitern Kinder ihren Horizont, werden selbstbewusster und können ein selbstbestimmtes Leben führen. Sie handeln und denken vermehrt langfristig und verinnerlichen das Bewusstsein, die eigene Gesellschaft voranzubringen.

  • Bildung verringert Armut
  • fördert Arbeitsplätze und Wachstum
  • schützt vor Kinderehen und Kinderarbeit
  • minimiert die Kindersterblichkeitsrate
  • bekämpft Mangelernährung
  • dämmt Bevölkerungswachstum ein
  • verringert Ungleichbehandlung von Frauen
  • treibt demokratische Gesellschaften und gesellschaftlichen Zusammenhalt voran, woraus die 
Verbesserung des politischen Verständnisses, eine steigende Befürwortung demokratischer Werte und Normen, gesellschaftliche Solidarität und Verantwortungsbewusstsein im Kampf gegen Korruption sowie das Einfordern von Frauenrechten bzw. allgemein Menschenrechten resultiert.

Der Zugang zu Grundbildung durch das Ausbauen von Bildungsstätten würde weltweit dazu führen, dass etwa 171 Mio. Menschen allein durch das Lernen von grundlegenden Lesefähigkeiten der Armut entfliehen könnten. Schätzungen der Vereinten Nationen zufolge würde der Besuch der Schule zu einer Reduktion der Armut um 12% und einer Einkommenssteigerung um 10% in einem Jahr führen. [3]

Unsere Arbeit

Visions for Children e.V. möchte mit seinen Projekten, gemäß dem vierten Nachhaltigkeitsziel, (Gewährleistung von einer gerechten und hochwertigen Bildung), der „2030 Agenda“ anknüpfen und die Zustände nachhaltig verbessern. Wir setzen dabei auf einen Ansatz: die Ausstattung von Schulen und damit die Erzeugung einer zumutbaren Lernstätte. Erfahre mehr!

  • 1 vgl. UNESCO (2015): Education for All 2000-2015: Achievements and Challenges, Paris, S. 77
  • 2 vgl. BMZ: Nachhaltigkeitsstrategie
  • 3 vgl. Deutsche UNESCO-Kommission (2014): Inklusion: Leitlinien für die Bildungspolitik, Bonn, S.7

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