In unserer Welt gibt es viele globale Herausforderungen – finanzielle Armut, Hunger, fehlender Zugang zu Bildung, die Klimakrise oder Krankheiten – die sich über Ländergrenzen hinweg ausbreiten. Kein Land kann diese Probleme allein lösen. Deshalb ist internationale Zusammenarbeit notwendig.
Genau hier setzt die Entwicklungszusammenarbeit an. Sie verfolgt das Ziel, die Lebensbedingungen von Menschen weltweit nachhaltig zu verbessern – etwa durch den Zugang zu sauberem Wasser, hochwertiger Bildung, medizinischer Versorgung und sicheren Lebensräumen.
Der Unterschied zwischen Entwicklungshilfe und Entwicklungszusammenarbeit
Lange Zeit wurde der Begriff „Entwicklungshilfe“ verwendet, um Unterstützung wohlhabender Länder für finanziell ärmere Länder zu beschreiben, etwa in Form von finanziellen Mitteln oder technischer Ausstattung. Dieser Begriff wird heute kritisch gesehen, da er ein hierarchisches Verhältnis suggeriert und oft mit kurzfristigen Maßnahmen verbunden war.
Stattdessen spricht man heute von Entwicklungszusammenarbeit. Der Begriff macht deutlich, dass es um partnerschaftliche Zusammenarbeit geht – also darum, gemeinsam Lösungen für globale Probleme zu entwickeln, die Menschen weltweit betreffen.
Warum Nachhaltigkeit so wichtig ist
Ein zentraler Grundsatz von Entwicklungszusammenarbeit ist Nachhaltigkeit. Kurzfristige Projekte reichen nicht aus, um langfristige Verbesserungen zu erzielen.
🚰 Ein Beispiel ist der Bau eines Brunnens: Wenn vor Ort kein Wissen zur Wartung vorhanden ist oder natürliche Ressourcen nicht langfristig gesichert sind, bleibt der Nutzen zeitlich begrenzt.
Nachhaltige Entwicklungszusammenarbeit setzt daher auf langfristige Wirkung und die Weitergabe von Wissen. Dazu gehört die enge Zusammenarbeit mit lokalen Partner*innen, die die Bedürfnisse und Gegebenheiten vor Ort kennen.
➡️ Beim Beispiel eines Brunnens heißt das: Menschen vor Ort werden darin geschult, ihn zu warten und zu reparieren, damit er auch in Zukunft sauberes Wasser liefert.
Lösungen sollten nicht von außen vorgegeben werden – insbesondere nicht aus einer eurozentrischen Perspektive –, sondern gemeinsam entwickelt werden.

Von Geber- und Nehmerländern zu Partnerländern
Früher wurden Länder in der Entwicklungszusammenarbeit häufig als Geber- und Nehmerländer bezeichnet. Diese Begriffe sollten beschreiben, wer finanzielle Mittel bereitstellt und wer sie erhält. Heute werden sie zunehmend vermieden, da sie ein einseitiges Machtverhältnis reproduzieren.
Der Begriff Partnerländer betont stattdessen Zusammenarbeit auf Augenhöhe und macht deutlich, dass beide Seiten Wissen, Erfahrung und Verantwortung einbringen.
Internationale Akteure und globale Verantwortung
Entwicklungszusammenarbeit ist nicht allein Aufgabe einzelner Staaten. Internationale Organisationen wie die Vereinten Nationen (UN), die Europäische Union (EU) sowie zahlreiche Nichtregierungsorganisationen (NGOs) sind daran beteiligt. Gemeinsam bilden sie einen Teil der internationalen Gemeinschaft, die sich mit globalen Herausforderungen befasst. Denn Probleme wie die Klimakrise oder Hunger lassen sich nur durch internationale Kooperation bewältigen.
Die Agenda 2030 und die 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung
Einen gemeinsamen Orientierungsrahmen bildet die Agenda 2030, die 2015 von den Vereinten Nationen verabschiedet wurde. Sie umfasst 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung, die sogenannten Sustainable Development Goals (SDGs).
Dazu zählen unter anderem die Bekämpfung von Armut und Hunger, der Zugang zu hochwertiger Bildung, Geschlechtergerechtigkeit und der Schutz der Umwelt. Die SDGs gelten für alle Länder weltweit – auch für wirtschaftlich starke Staaten wie Deutschland.
Das Visions for Children 1x1
Was wir tun:
- Wir setzen uns für Bildungsgerechtigkeit ein, damit jedes Kind sicher zur Schule gehen und gut lernen kann.
- Gemeinsam mit lokalen Partnerorganisationen bauen und renovieren wir Schulen, zum Beispiel Klassenzimmer, Bibliotheken oder Labore.
- Wir schaffen Zugang zu sauberem Wasser und sanitärer Grundversorgung durch Brunnen, sichere Toiletten und Waschräume.
- Wir fördern Hygiene und Gesundheit durch Workshops und barrierefreie Infrastruktur.
- Wir stärken lokale Strukturen durch Wissensverankerung und die aktive Einbindung von Gemeinden.
Wie wir arbeiten:
- Wir arbeiten partnerschaftlich und auf Augenhöhe mit lokalen Akteur*innen.
- Wir orientieren uns an den Bedarfen vor Ort.
- Wir schaffen nachhaltige Strukturen und übergeben Verantwortung an Schulgemeinden.
- Wir denken langfristig, damit Projekte auch ohne externe Unterstützung bestehen können.
- Wir binden Schüler*innen, Lehrkräfte und Eltern von Beginn an aktiv ein.
FAQ
Was ist Entwicklungszusammenarbeit einfach erklärt?
Entwicklungszusammenarbeit bedeutet, dass Länder und Organisationen partnerschaftlich zusammenarbeiten, um globale Ungleichheiten abzubauen und die Lebensbedingungen von Menschen weltweit nachhaltig zu verbessern. Entscheidend sind langfristige Ansätze, lokale Beteiligung und gegenseitiges Lernen.
Warum spricht man nicht mehr von Entwicklungshilfe?
Der Begriff Entwicklungshilfe wird kritisch gesehen, weil er ein Machtgefälle suggeriert und oft mit einseitigen, kurzfristigen Maßnahmen verbunden war. Entwicklungszusammenarbeit betont stattdessen Partnerschaft, gegenseitiges Lernen und gemeinsame Verantwortung.
Was ist nachhaltige Entwicklungszusammenarbeit?
Nachhaltige Entwicklungszusammenarbeit setzt auf langfristige Wirkung. Projekte sollen lokale Strukturen stärken, Wissen vor Ort verankern und auch ohne dauerhafte externe Unterstützung funktionieren können.
Was ist die Agenda 2030?
Die Agenda 2030 ist ein globaler Zukunftsplan der Vereinten Nationen aus dem Jahr 2015. Sie umfasst 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDGs), darunter Bildungsgerechtigkeit, Armutsbekämpfung und Klimaschutz. Die Ziele gelten für alle Länder weltweit.
