Grundschule Nakibanga -  Visions4Children

Grundschule Nakibanga

Nakibanga, Mukono District, Uganda
Projektstart: 2019

Spendenstand: 149.975 €

Ziel: 184.172 €

Spendenstand: 149.975 €

Ziel: 184.172 €

Unsere zweite Projektschule im ostafrikanischen Staat Uganda, die „Nakibanga Primary School“, liegt in Zentraluganda. Die neun Lehrer*innen der öffentlichen Schule bieten kostenfreien Unterricht für über 400 Schüler*innen. Der seit 1950 bestehenden Schule fehlt es an Klassenräumen, Schulausstattung und vor allem sanitären Anlagen. Deshalb begannen wir 2019 direkt mit dem Bau neuer Latrinen und schufen 2020 einen Zugang zu sauberem Wasser durch einen Brunnen mit Handpumpe. Um die Abwanderung der Lehrkräfte zu verhindern, planten wir im nächsten Schritt den Bau von Lehrerinnen- und Lehrerhäuser. Darüber hinaus soll eine kleine Einheit mit Verwaltungsräumen entstehen, um administrative Prozesse an der Schule zu optimieren. Zur nachhaltigen Stärkung der Kapazitäten vor Ort werden die Zielgruppe sowie unser Projektpartner geschult.

Ausgangssituation

Uganda ist ein ostafrikanischer Binnenstaat, der an die Krisenregionen Südsudan und Demokratische Republik Kongo grenzt. Im Süden grenzt Uganda an den Victoriasee, den größten See Afrikas. Die Einwohner*innenzahl beträgt knapp 35 Millionen. Amtssprachen sind Englisch und Swahili, insgesamt werden aber über 40 verschiedene Sprachen und Dialekte gesprochen. Die Geschichte Ugandas ist durch eine jahrelange und gewaltgeprägte Militärdiktatur gezeichnet, die nach der Dekolonialisierung und Unabhängigkeit des Landes in den 70er Jahren hunderttausende Menschenleben forderte. Die bewaffneten Konflikte dauerten bis ins Jahr 2006 an. Neben den Unruhen brach in den 80er Jahren eine HIV-Epidemie über das Land ein, die bis zum heutigen Tag viele Tote fordert. Die Zahl der Waisenkinder in Uganda stieg seitdem drastisch. So sind fast ein Drittel aller Waisenkinder Ugandas aufgrund ebendieser Epidemie elternlos.

 

 

Unsere neue Projektschule Nakibanga Primary School liegt in Zentraluganda und ist nach der St. John Bosco School in Katosi bereits unser zweites Schulprojekt in Uganda. Momentan wird die Schule von 215 Jungen und 243 Mädchen im Alter von 4 bis 17 Jahren besucht. Von der Vorschule bis zur siebten Klasse unterrichten drei Lehrerinnen und sechs Lehrer die insgesamt 458 Schüler*innen. Die Nakibanga Primary School ist eine öffentliche Schule und somit kostenfrei – den oft mittellosen Kindern ermöglicht sie in großem Umkreis den einzigen Zugang zu Bildung.

Problemstellung und Lösung

Das sieben Hektar große Schulgrundstück gehört der Kirche, die die Schule 1950 erbaut und gegründet hat. Dennoch operiert die Schule konfessionsunabhängig. Bei unserer Bestandsaufnahme Ende 2018 gab es insgesamt drei spärlich eingerichtete Klassenblöcke mit je zwei bis drei Klassenzimmern, Toiletten, eine Küche und zwei Lehrer*innenhäuser. Alle Gebäude befanden sich in einem baulich sehr desolaten, teilweise sogar einsturzgefährdeten Zustand. Daher fand der Unterricht nur in zwei der insgesamt drei Klassenblöcken statt. Dies führte dazu, dass zwei Klassenstufen parallel in einem Raum unterrichtet werden mussten. Zudem fehlte es der Nakibanga Primary School an notwendigem Mobiliar, wie zum Beispiel Schulbänken, sodass keine angemessene und konzentrierte Lernatmosphäre herrschen konnte.

 

 

Die Sanitäranlagen stellten ebenfalls keinen akzeptablen Zustand dar: Für alle Schüler*innen und Lehrer*innen gab es nur eine völlig überlastete und unhygienische Latrine. Das ist insbesondere für Mädchen im Hinblick auf ihre Menstruation äußerst problematisch. Neben all diesen Hindernissen ist der Zugang zu sauberem Wasser sehr begrenzt – an der Schule selbst gibt es keinen Brunnen, sodass die Kinder Wasser vom Dorfbrunnen holen müssen. Dies führt zur Nutzung von keinem oder unsauberem Wasser, wodurch die Schüler*innen schneller erkranken.

 

 

Unser Projekt startet im ersten Halbjahr von 2019 in Kooperation mit unserem lokalen Partner KIDA mit dem Bau von zwei neuen geschlechtergetrennten Latrinenanlagen mit jeweils sechs Kabinen. Im Zuge der Einweihung wurden WASH-Workshops von Viva con Agua Kampala durchgeführt, in denen die Kinder auf spielerische Art und Weise über wichtige Hygieneregeln aufgeklärt wurden. Darauf aufbauend errichteten wir in 2020 Waschräume für Mädchen, um ihnen die nötige Hygienemöglichkeit und Privatsphäre während ihrer Menstruation zu sichern. Der Zugang zu sauberem Wasser erforderte im ersten Schritt Grundwasserproben, um eine geeignete Wasserquelle zu finden und folglich entsprechende Baumaßnahmen, um den Zugang einzuleiten. Schlussendlich konnten wir in 2020 den Bau eines handbetriebenen Brunnens auf dem Schulgelände realisieren. An dieser Stelle gilt auch ein besonderer Dank Viva con Agua de Sankt Pauli, welche diese sanitären Maßnahmen unterstützt haben.

 

 

Ein weiteres Problem, das von uns angegangen wurde, waren die unzureichenden und einsturzgefährdeten Klassenräume. Anfänglich war geplant lediglich ein neues Klassengebäude mit drei Klassenzimmern zu bauen und zwei Gebäude zu sanieren. Da jedoch während der Sanierung klar wurde, dass es wirtschaftlicher wäre eines der Gebäude ebenfalls abzureißen und neu zu errichten, wurden insgesamt zwei Gebäude mit jeweils drei Klassenzimmern neu gebaut und ein Gebäude mit zwei Klassenzimmern saniert. Sie wurden im Januar 2020 fertig gestellt. Zudem wurden alle Klassenräume mit neuem Schulmobiliar ausgestattet, da die alten Möbel teilweise kaputt und nicht mehr nutzbar waren. Dafür haben wir der Schulgemeinschaft Holzbalken gestellt, woraus sie selbst neue Tische und Bänke bauten.

 

 

Um der Abwanderung von Lehrer*innen aufgrund von langen und schwierigen Schulwegen entgegenzuwirken, bauten wir außerdem Lehrer*innenhäuser. Die zwei geschlechtergetrennten Häuser konnten im Juli 2020 in einer Corona-bedingt kleinen Zeremonie an die Schulleitung übergeben werden.

 

Schlussendlich planen wir noch den Bau einer kleinen Verwaltungseinheit für die Schulleitung und die Lehrer*innen, damit die organisatorischen Prozesse an der Schule noch besser vonstattengehen können.

 

Sobald es die Situation vor Ort zulässt, möchten wir ergänzend zu der Infrastruktur Workshops für Schüler*innen, Lehrer*innen und Eltern organisieren und Komitees einrichten, welche organisierte Wege zur langfristigen Instandhaltung der Gebäude durchsetzen. Außerdem planen wir Schulungen für unseren Projektpartner, um diesen in den Bereichen Projektorganisation, -monitoring, Nachweiserstellung und Wirkungsmessung weiter zu professionalisieren.

 

 

All diese Maßnahmen können der Nakibanga Primary School neue Qualitäten für ein konzentrierteres Lernen verleihen – dies wirkt auf unser primäres Ziel ein, gemäß dem vierten Nachhaltigkeitsziel der Vereinten Nationen qualitatives Lernen zu fördern und damit die Lernerfolge, gerade das Erlernen von Basisfähigkeiten, zu garantieren.

Was bisher geleistet wurde

Baustart neuer Sanitäranlagen

Die Ausgrabungen für zwei geschlechtergetrennte Latrinenanlagen mit jeweils sechs Kabinen haben begonnen. Zudem wurden Grundwasserproben entnommen, um eine geeignete Wasserquelle zu finden.

Projektreise

Im Rahmen einer Projektreise durften wir der feierlichen Eröffnung der neuen geschlechtergetrennten Latrinen (pro Geschlecht sechs Stück, eine jeweils behindertengerecht) beiwohnen. Zudem lernten die Schüler*innen im Rahmen eines WASH-Workshop von Viva con Agua Kampala den richtigen Umgang mit Trinkwasser und sanitärer Hygiene.

Altes schafft Raum für Neues

Der baufälligste der drei Klassenblöcke wurde abgerissen. Hier wird in den nächsten Monaten ein neues Gebäude entstehen.

Start der Bauarbeiten für zwei neue Klassenraumgebäude

Zunächst war die Sanierung zweier Klassenraumgebäude, sowie der Neubau eines Gebäudes geplant. Nach den ersten Sanierungsarbeiten wurde jedoch klar, dass eines der Gebäude so baufällig war, dass sich ein Neubau als die wirtschaftlichere Variante erwies. Somit wurde mit dem Neubau zwei neuer Klassenraumgebäude begonnen.

Drei Klassenraumgebäude fertiggestellt und eingerichtet

Die sicheren und modernen Klassenraumgebäude bieten nun genügend Platz für die rund 500 Schüler*innen. Die Möbel runden die Raumatmosphäre ab und geben den Kindern einen adäquaten Platz zum Lernen.

Planung Lehrer*innenhäuser, Waschräume und Brunnen

An der Nakibanga Grundschule stehen nur wenige und baufällige Lehrerunterkünfte zur Verfügung. Es droht die Abwanderung der Lehrer*innen. Dem soll mit dem Bau der Lehrer*innenhäuser entgegengewirkt werden. Das Einsetzen der Periode, gilt bei den Mädchen als maßgeblicher Grund für das Fernbleiben vom Unterricht. Hygienische Möglichkeiten zum Waschen sind unersetzbar. Weshalb ein Gebäude mit zehn Waschräumen für die Schülerinnen geplant wurde.

Fertigstellung Brunnen

Anfang März wurden die Bauarbeiten für die Waschräume und die Lehrer*innenhäuser gestartet. Gleichzeitig wurde das Bohrloch für den Brunnen gedrillt und die Wasserpumpe installiert. Somit konnte der Brunnen bereits Ende März in Betrieb genommen werden und das Wasser für den Bau der Räume benutzt werden.

Fertigstellung Waschräume und Lehrer*innenhäuser

Die Waschräume der Mädchen und die Lehrer*innenhäuser sind fertiggestellt. Die Lehrer*innen haben nun die Möglichkeit schulnah zu wohnen. Zehn Waschräume, zwei davon barrierefrei, ermöglichen es den Mädchen sich während ihrer Periode hygienisch zu waschen. Sobald die Corona-Beschränkungen es zulassen sind begleitende Workshops zum Thema WASH und Menstruation, sowie zur Instandhaltung der Lehrer*innenhäuser geplant.