Inlandsprojekt – Entwicklungszusammenarbeit lernen -  Visions4Children

Inlandsprojekt – Entwicklungszusammenarbeit lernen

Hamburg, Deutschland
Projektstart: 2021

Spendenstand: 14.500 €

Ziel: 23.000 €

Spendenstand: 14.500 €

Ziel: 23.000 €

Nicht nur in Afghanistan und Uganda sind wir in der Entwicklungszusammenarbeit aktiv und machen uns stark für Bildungsgerechtigkeit, auch in Deutschland liegt es uns am Herzen, ein Bewusstsein für diese Themen zu schaffen. Wir sind der festen Überzeugung, dass es am effektivsten ist, genau dort anzusetzen, wo sich für die Zukunft noch am meisten bewegen lässt: in den Schulen. Im Rahmen unseres Inlandsprojektes erarbeiten wir gemeinsam mit Fachexpert*innen und Pädagog*innen Unterrichtsmaterialien zu den Ursachen und Folgen internationaler Krisen und Konflikte am Beispiel Afghanistans sowie zu Lösungsansätzen im Rahmen der nachhaltigen Entwicklungszusammenarbeit.

Ausgangssituation

Schüler*innen in Deutschland haben im Schulunterricht zu wenige Berührungspunkte mit dem Thema Entwicklungszusammenarbeit. Es findet zu wenig Auseinandersetzung mit den Lebensbedingungen und Auswirkungen von Krisen auf ärmere und vom Krieg betroffene Kulturkreise statt.

 

In einer Zeit allgegenwärtiger globaler Krisen liegt der Fokus von Schüler*innen nach wie vor zu stark auf dem eigenen Leben und Bedürfnissen. Es fällt ihnen schwer, komplexe Situationen aus einer anderen Perspektive zu sehen. Komplexe Zusammenhänge, wie beispielsweise die Folgen von Flucht und Migration können so nur schlecht nachvollzogen werden.

 

Wichtige globale Thematiken wie das Recht und die Möglichkeit auf Bildung werden häufig aus der eigenen Lebensrealität heraus als selbstverständlich wahrgenommen. Auch die eigene Rolle und die Verantwortung Deutschlands bei der Lösung von globalen Krisen ist den Schüler*innen oft nicht klar. In der Folge entsteht schnell der Eindruck, selbst nicht viel bewirken zu können, da Entwicklungszusammenarbeit als Verantwortung „der Anderen“ wahrgenommen wird.

 

„Der Lernbereich Globale Entwicklung stellt bislang ein didaktisch vernachlässigtes Aufgabenfeld der politischen Bildung wie der Politikdidaktik dar. Darüber hinaus wird dieser Lernbereich bisher in den verschiedenen Lehr- bzw. Rahmenplänen der Länder sehr unterschiedlich berücksichtigt. Die unterrichtliche Umsetzung desselben erscheint mithin aus fachdidaktischer Perspektive gegenwärtig recht arbiträr.“ – Orientierungsrahmen für den Lernbereich globale Entwicklung (2016)

Unser Vorgehen

Mit unserem Projekt für und mit Hamburger Schulen möchten wir Kinder und Jugendliche schon früh auf die Ursachen und Folgen internationaler Krisen und Konflikte und auf Lösungsansätze im Rahmen der nachhaltigen Entwicklungszusammenarbeit aufmerksam machen. Begegnen die Kinder bereits in ihrer frühen Schullaufbahn diesen Thematiken, kann sie dies in ihrer Sicht auf die Welt nachhaltig prägen und wird in ihr Umfeld weitergetragen.

 

Dazu erstellen wir Unterrichtsmaterialien für die Klassen 8 bis 10 an Hamburger Gymnasien und Stadtteilschulen, welche die Ursachen und Folgen der aktuellen Krisensituation in Afghanistan mit einem Fokus auf die dortige Bildungssituation altersgerecht vermitteln. Indem wir einen Vergleich zu Deutschland ziehen, können sich die Schüler*innen mit ihren Altersgenoss*innen in Afghanistan einfacher identifizieren. So lernen sie ihr selbstverständliches Recht auf Bildung und ihre vielfältigen Ausbildungsmöglichkeiten stärker wertzuschätzen.

 

Die Schüler*innen lernen, dass Entscheidungen auf regionaler, nationaler und europäischer Ebene nicht nur miteinander verflochten sind, sondern zunehmend auch durch internationale Interessen und Entwicklungen beeinflusst werden. Sie erfahren, dass angesichts globaler Probleme und Konflikte globale Lösungswege geschaffen werden müssen, in denen jede*r Einzelnen mitwirken kann.

 

Wir fertigen und verteilen Material für ca. 6-8 Unterrichtsstunden in Form von Texten und Arbeitsmaterialien. Ergänzt werden sie um Handreichungen sowie Informationsveranstaltungen und Fortbildungen für Lehrer*innen zur Anwendung der Unterrichtsmaterialien.

Die Themenschwerpunkte:

  • Aktuelle Konflikte, Friedensverhandlungen und Bildungssituation in Afghanistan

  • Ursachen der aktuellen Krisensituation in Afghanistan

  • Folgen der krisenhaften Bildungssituation in Afghanistan z.B Armut, Flucht und Emigration

  • Auswirkungen einer globalen Krise (bspw. COVID-19) in einem Land wie Afghanistan im Vergleich zu Deutschland

  • Nachhaltige Entwicklungszusammenarbeit und die Rolle von NGOs und der Zivilbevölkerung bzw. jeder*jedes Einzelnen

  • Schwerpunkt Sustainable Development Goal (SDG) 4: das Recht auf Bildung und die Bedeutung von Bildung für eine nachhaltige globale Entwicklung

Was bisher geleistet wurde

Workshop mit Lehrkräften

Gemeinsam mit engagierten Lehrern erarbeiten wir in zwei Konzeptionsworkshops Konzept, Struktur und Zeitplan für die Erstellung spannender und didaktischer Unterrichtsmaterialien für Hamburger Schulen.

Barmwony Grundschule -  Visions4Children

Barmwony Grundschule

Oyam Distrikt, Uganda
Projektstart: 2021

Spendenstand: 93.290 €

Ziel: 111.800 €

Spendenstand: 93.290 €

Ziel: 111.800 €

Die Barmwony Grundschule befindet sich in Oyam, einer wirtschaftlich sehr schwachen Gegend im Norden Ugandas. Ein Großteil der Schüler*innen kommt aus sozial unterprivilegierten Familien. Die Arbeitslosenquote in der Region beträgt 93 %, wie in anderen Teilen des Landes gehört auch hier Kinderarbeit zum Alltag. Die rund 1.253 Schüler*innen der Grundschule lernen ohne jegliche Strom- und Wasserversorgung, zudem befinden sich die sanitären Anlagen der Schule in einem desolaten Zustand. Diese Bedingungen machen eine konzentrierte Lernatmosphäre nahezu unmöglich. Gemeinsam mit unserer Partnerorganisation Link to Progress (LTP) planen wir nun die Errichtung neuer Latrinen, einer Handwaschanlage und eines neuen Schulgebäudes.

Ausgangssituation

An der Barmwony Grundschule sind ca. 1.253 Schüler*innen im Alter von 6-13 Jahren registriert – ca. 525 Mädchen und 728 Jungen. 13 angestellte Lehrer*innen unterrichten die Kinder in Klassen von durchschnittlich ca. 180 Schüler*innen. Die Schule befindet sich in einer wirtschaftlich schwachen Gegend. Die meisten Schüler*innen kommen aus sozial unterprivilegierten Familien mit einem geringen Bildungsstand. Die Bewohner*innen des Dorfs sind, sofern sie einer geregelten Tätigkeit nachgehen können, überwiegend als Bauern tätig. Wie in anderen Teilen Ugandas gehört Kinderarbeit auch in diesem Distrikt zum Alltag.

 

Die Schule besteht aus einem 2002 von der ugandischen Regierung finanziertem Gebäude mit 7 Klassenzimmern, einem Bücherladen und drei Wohngebäuden für die Lehrkräfte. Da diese nicht ausreichten, wurden von den Eltern zwei weitere provisorische Lehrer*innen-Schlafräume erbaut. In ländlichen Regionen Ugandas sind Lehrer*innen-Unterkünfte an Schulen üblich, da die Lehrkräfte sonst aufgrund langer und oft schlecht ausgebauter Dienstwege den Unterricht ausfallen lassen.

   
Platzmangel verschlechtert die Lernatmosphäre
 

Der akute Platzmangel von 7 Klassenräumen für 1.253 Schüler*innen führt nicht nur zu einem enormen Konzentrationsverlust, sondern macht es unmöglich, die Schüler*innen effizient zu lehren. Das hat zur Folge, dass sie nötige Grundfähigkeiten wie Lesen, Schreiben und Rechnen nicht erlernen. Ein Teufelskreis entsteht: Es sinkt das Ansehen der Schule und generell von Bildung. Zudem haben die Lehrer*innen keine Räumlichkeiten, um den Unterricht vor- und nachzubereiten. Auch die Angestellten haben keine Räume, in denen sie sich um die Belange der Schulleitung kümmern können. Dies führt dazu, dass Anliegen der Schüler*innen und Eltern auf der Strecke bleiben und es kaum geeignete Organisationsstrukturen gibt.

   
Unhygienische Sanitäranlagen führen zu Schulabbrüchen
 

Für alle Schüler*innen und die 15 Angestellten der Schule stehen 9 Latrinen, davon vier für Mädchen und fünf für Jungen, zur Verfügung. Die Latrinen befinden sich jedoch in einem so desolaten und unhygienischen Zustand, dass sie nicht benutzt werden können. Auch das Bohrloch, das für einen Brunnen ausgehoben wurde, ist mittlerweile eingestürzt und unbenutzbar – wäre es intakt, würde es jedoch sauberes Grundwasser liefern. Somit ist eine grundlegende Hygiene während des Schulbesuchs fast unmöglich. Dies trifft zwar alle Schüler*innen, jedoch wird besonders Mädchen während ihrer Menstruation der hygienische und somit sichere Schulbesuch verwehrt.

 

Nach mehrmaliger Besichtigung der Schule durch unsere Partnerorganisation LTP vor Ort und Gesprächen mit der Schulleitung sowie der Lehrerschaft zogen wir das Fazit, dass die Schule dringend Unterstützung benötigt. Der zurzeit stärkste Bedarf der Schule sind angemessene Sanitäranlagen sowie eine Handwaschanlage.

Lösungen

In der Umsetzung des Projektes gibt es zwei zentrale Schwerpunkte: der Bau eines Schulgebäudes mit vier Klassenräumen und einem Büroraum inklusive einer integrierten Wasserversorgung mit Regenrinnen und Wassertank. Zweiter zentraler Schwerpunkt ist der Bau von entleerbaren Latrinen als Einzelkabinen in zwei Blöcken und einer Handwaschanlage.

 
Die Baumaßnahmen werden von Workshops begleitet
 

Im Anschluss an die Bauarbeiten sind „WASH-Workshops“ (Water, Sanitation and Hygiene) geplant. Sie sollen den Kindern spielerisch den Umgang mit Wasser und die Bedeutung von Hygiene nahebringen. Durch kleine Übungen sollen die Schüler*innen beispielsweise die gesamten hygienischen Abläufe eines Toilettenganges, des anschließenden Händewaschens oder des richtigen Zähneputzens durchlaufen und sie somit besser verinnerlichen.

 

Außerdem ist für alle Schüler*innen, Lehrer*innen und Angestellten der Schule COVID-19-Aufklärungsarbeit geplant. In diesem Zuge wird ebenfalls ein Workshop zum Thema Menstruationshygiene und Pubertät für ältere Schüler*innen stattfinden. Sie lernen, wie sie aus einfachen Materialien selbst Binden herstellen können. Dieser Workshop soll indirekt dazu beitragen, dass die Schülerinnen dem Unterricht nicht aufgrund ihrer Periode fernbleiben und keinen Bildungsnachteil erhalten. Während der Workshops wird ein WASH-Komitee gegründet und Verantwortungen zur Instandhaltung und Kontrolle der Sanitäranlagen an die Schüler*innen übertragen.

 

Für die Eltern werden wir außerdem einen Finanz- und Sparworkshop anbieten. Das Schulmanagement-Komitee wird ebenfalls durch einen Workshop geschult, wie es effektiv Hilfe bei den Bildungsbehörden anfordern kann. Nachfolgend werden Schüler*innen-Komitees zu den Themen Hygiene und Instandhaltung der Schule etabliert. Zum Abschluss des Projekts wird eine Evaluation der Projektdurchführung stattfinden.

Unser lokaler partner – Link to Progess

LTP ist eine in Uganda eingetragene NGO, welche 2008 gegründet wurde. Hauptfokus von LTP ist die Versorgung vulnerabler Gemeinden in Uganda mit hygienischer Grundinfrastruktur, dem Zugang zu Grundbildung und Quality Learning. Der gesamte Bauvorgang der Anlagen wird von LTP kontrolliert, dokumentiert, betreut und evaluiert. Die Workshops werden ebenfalls direkt von LTP ausgerichtet.

Was bisher geleistet wurde

Brunnen in Betrieb

Der neu gebaute Brunnen konnte in Betrieb genommen werden. Zu Beginn des Projektes war das Bohrloch, das für einen Brunnen ausgehoben wurde eingestürzt und unbenutzbar.

Abschluss der Fundamentarbeiten & Baustart der Sanitäranlagen

Die Baumaßnahmen schreiten weiter voran. Nachdem die Fundamentarbeiten für das neue Klassenraumgebäude abgeschlossen wurden, werden hierfür bereits fleißig die Wände hochgezogen. Außerdem fanden bereits die Ausgrabungen für die neuen Sanitäranlagen statt. Hier entstehen zwei Blöcke entleerbarer Latrinen in Einzelkabinen und eine Handwaschanlage.

Kooperationsgespräche vor Ort

Während unserer Ugandareise im Juni 2019, haben wir mit unserem Projektpartner LTP erste Gespräche zum Projekt geführt.

Ramadan Aktion 2021 – Hungerfrei-Pakete für Binnengeflüchtete -  Visions4Children

Ramadan Aktion 2021 – Hungerfrei-Pakete für Binnengeflüchtete

Herat, Afghanistan
Projektstart: 2021

Abgeschlossen

Erreichtes Ziel:

39.349 €

Abgeschlossen

Erreichtes Ziel:

39.349 €

Vier Millionen Binnengeflüchtete in Afghanistan stehen unter den aktuellen Bedingungen der Pandemie vor großen Herausforderungen. Sie leben in rudimentär ausgestatteten Camps. Für den Großteil der Geflüchteten reicht für die Versorgung der Familie eine Beschäftigung als Tagelöhner*innen nicht aus. Aus der Not heraus entscheiden sich immer mehr Geflüchtete dazu, ihre Nieren zu verkaufen – mit gravierenden Folgen.

 

Um die Familien zu unterstützen, starteten wir auch dieses Jahr anlässlich des Fastenmonats Ramadan eine humanitäre Nothilfe. Die “Hungerfrei-Pakete” kamen 355 Familien eines Geflüchtetencamps nahe Herat zu Gute.

 

Dank der großzügigen Unterstützung der Nader Etmenan Stiftung und der Spenden jeder/jedes Einzelnen konnten wir das Spendenziel der Aktion sogar übertreffen. Der Überschuss der Spenden fließt in notwendige Infrastrukturmaßnahmen an eine Schule für sehbehinderte Kinder in Herat, die wir 2020 bereits mit Nothilfe-Paketen unterstützten.

DAS GEFLÜCHTETENSCAMP SHANBE BAZAR

Die Ursachen für eine Flucht innerhalb des Landes sind vielfältig. Schätzungen des “Internal Displacement Monitoring Centre’s 2020 Global Report” zufolge verzeichnet Afghanistan die höchste Anzahl der vertriebenen Menschen durch Naturkatastrophen. Dürren, Überschwemmungen, Stürme und Erdbeben zwingen die Menschen, ihre Heimatorte zu verlassen. Auch die nun seit vier Jahrzehnten andauernden Konflikte des Landes zwingen die Menschen zur Flucht: Laut der UN Organisation OCHA wurden 2021 bereits über 53.000 Menschen aufgrund von Konflikten aus ihrer Heimat vertrieben.

 

Das Geflüchtetencamp Shanbe Bazar liegt rund 15 Kilometer außerhalb von Herat und beherbergt mehr als 350 Familien. Die Bewohner*innen des Camps leben in extremer Armut auf engstem Raum in einfachen Lehmbauten ohne Strom und fließend Wasser. Dort können die Geflüchteten weder ausreichend Abstand halten, noch haben sie die nötigen Mittel für Hygienemaßnahmen.

Den Bewohner*innen fehlt es an grundlegenden Lebensmitteln und vom Staat erhalten keinerlei finanzielle Unterstützung. Einige der Bewohner*innen arbeiten als Bauarbeiter oder Tagelöhner*innen in der Stadt. Der ohnehin erschwerte Zugang der Geflüchteten zu Arbeit, Nahrung und Gesundheitsversorgung ist nun während der Corona-Pandemie noch weiter eingeschränkt.

 
ORGANHANDEL AUS NOT
 

Aufgrund  der finanziellen Not verfielen bereits rund 100 Personen  aus dem Camp dem illegalen Organhandel und verkauften ihre Nieren. „Es war der einfachste und schnellste Weg, Geld zu verdienen, um Schulden zu zahlen und die Familie vor dem Hungern zu bewahren“, erzählt ein 33-jähriger Bewohner von Shanbe Bazar. Durch ausbleibende  Aufklärung und  Nachbehandlungen haben  die illegalen OPs  gravierende  Folgen.  Einige  der Organspender*innen  sind  oft monatelang  oder gar für immer  arbeitsunfähig und werden so entgegen ihren Hoffnungen noch weiter in die Armut getrieben.

NOTHILFEPAKETE FÜR 355 FAMILIEN

Im Rahmen unserer  diesjährigen  Ramadan Nothilfe unterstützten wir 355 Familien im Camp Shanbe Bazar mit Grundnahrungsmitteln und Hygieneartikeln.  Ein “Hungerfrei-Paket” kostet 78 Euro und reicht aus, um eine sechs- bis achtköpfige  Familie für etwa drei Monate zu versorgen. Ein Paket enthielt folgendes:

  • 40 kg Mehl

  • 35 kg Reis

  • 7 kg Zucker

  • 5 kg Erbsen

  • 1 kg Bohnen

  • 3,5 l Öl

  • 1,5 kg Grüntee

  • 1 Wassereimer

  • zwei Stück Seife und Shampoo

  • 1,5 kg Nabat für das Ramadanfest

 

Unser langjähriges und vertrautes Vereinsmitglied Winuss Azizi organisierte erneut die Nothilfe vor Ort in Herat. Die Paketinhalte wurden vor Ort eingekauft und direkt an die Familien verteilt.

Der Überschuss der Spenden der Ramadan Nothilfe fließt in notwendige Infrastrukturmaßnahmen an einer Blindenschule in Herat, die wir 2020 bereits mit Nothilfe-Paketen unterstützten.

DER FASTENMONAT RAMADAN

Viele Muslim*innen fasten während des 9. Monats im islamischen Kalender – dem Ramadan. Dabei verzichten sie von der Morgendämmerung bis zum Sonnenuntergang auf Speisen und Getränke. Am Abend wird dann zu „Iftar“ mit der Familie und Freund*innen das Fasten gebrochen. Der Fastenmonat endet mit dem dem dreitätigen Ramadanfest, dass je nach Region bis zu drei Tage lang als gemeinschaftliches Ereignis gefeiert. Mit Freunden und Familie, aber auch mit Nachbarn wird die Festtagsfreude und Essen geteilt.

Nächstenliebe hat während des Fastenmonats eine besondere Bedeutung, so entrichten viele Muslim*innen Spenden an Bedürftige während Ramadan.

Winterhilfe 2020 – Nothilfepakete für Kabul und Herat -  Visions4Children

Winterhilfe 2020 – Nothilfepakete für Kabul und Herat

Herat und Kabul, Afghanistan
Projektstart: 2020

Abgeschlossen

Erreichtes Ziel:

44.000 €

Abgeschlossen

Erreichtes Ziel:

44.000 €

Für mehr als vier Millionen Binnenflüchtlinge in Afghanistan steht der landestypisch extreme Winter mit bis zu -25° C, Schnee und Eis bevor. Vertrieben oder geflohen vor anhaltenden Konflikten und Naturkatastrophen leben die Familien in den Camps unter prekären Bedingungen in einfachen Lehmhütten oder Zelten – ohne jeglichen Witterungsschutz. Auch in diesem Jahr konnten mit unserer Nothilfe knapp 800 Familien in zwei Flüchtlingscamps in Herat und Kabul mit Winterhilfe-Paketen unterstützen. Die Grundnahrungsmittel und notwendigen Güter reichen aus, um die Familien für zwei Monate auszustatten.

Vertreibung durch Konflikte und Klima

Die Ursachen für eine Flucht innerhalb des Landes sind vielfältig. Schätzungen des “Internal Displacement Monitoring Centre’s 2020 Global Report” zufolge, verzeichnet Afghanistan die höchste Anzahl der vertriebenen Menschen durch Naturkatastrophen. Allein im ersten Quartal 2020 haben 30.000 Menschen aufgrund klimatischer Veränderungen, wie Dürren oder schweren Überschwemmungen ihre Heimat verlassen müssen. Auch die seit nun fast vier Jahrzehnten andauernden Konflikte des Landes zwingen die Menschen zur Flucht. Knapp 280.000 Menschen wurden in den letzten 10 Monaten aufgrund von Gewalt und Konflikten vertrieben. Davon 60% Kinder unter 18 Jahren.

 

Frauen und Kinder stellen die Mehrheit der Binnengeflüchteten dar. Die Lebensumstände der Familien in den Geflüchtetencamps sind erschreckend schlecht. Im Durchschnitt leben 8 Personen auf engstem Raum in Zelten oder Rohlehmbauten. Sofern möglich arbeiten sie als Tagelöhner auf Baustellen oder Märkten. Doch das Geld reicht bei den meisten nur knapp zum Überleben. Zusätzlich verschärft wurde diese Situation durch die Corona Pandemie. Der Global Humanitarian Review 2020 bemisst die Anzahl der Menschen, die weltweit auf humanitäre Unterstützung zum Überleben angewiesen sind auf etwa 168 Millionen. Eine der größten humanitären Katastrophen vergangener Jahrzehnte. Aufgrund des Lockdowns wurde der Zugang zu Arbeit, Nahrung und Gesundheitsversorgung vor allem für die Geflüchteten nahezu unmöglich.

Nothilfepakete für 800 Familien

Um den Familien in den Flüchtlingscamps für den Winter eine Perspektive zu geben, organisierten wir auch dieses Jahr wieder eine humanitäre Nothilfe-Aktion. 787 Familien wurden mit Lebensmittel- und Sachgüterpaketen versorgt. Die Winterhilfe-Pakete beinhalten neben überlebenswichtigen Gütern wie Decken und Hygieneartikeln auch Grundnahrungsmittel wie Mehl, Reis und Zucker. Ein Winterhilfe-Paket für den Preis von 55 Euro reicht aus, um eine sechs bis achtköpfige Familie über die Wintermonate auszustatten. Die Güter wurden durch unsere afghanischen Kooperationspartner vor Ort besorgt und in den Camps an die bedürftigen Familien verteilt. So stärken wir die afghanische Wirtschaft und die Hilfe kommt direkt dort an, wo sie am dringendsten benötigt wird.

Wohin fließen die Spenden?

Das Camp Qale Wahdat existiert seit 5 Jahren und liegt im Westen Kabuls, rund 2 Kilometer vom Viertel „Kote Sangi“ entfernt. Derzeit leben 387 Familien in diesem Geflüchtetencamp. Der Großteil der Familien verteilt sich dabei in einem Umkreis von ca. 1,5 Kilometern vom Stadtzentrum entfernt. Erneut kooperierten wir für die Winterhilfe mit dem Afghanischen Frauenverein e.V., der bereits auf 27 Jahre Erfahrung im humanitären Bereich zurückblicken kann. Das Camp wurde von ihnen auf Bedürftigkeit, Größe und die Sicherheitsbedingungen vor Ort geprüft.

 

Das Camp Urdu Bagh befindet sich im Südösten von Herat, außerhalb des Stadtzentrums. Das Camp existiert erst seit Frühjahr 2020, beherbergt aber schon mehr als 380 Familien. Die Regierung hat gerade einen Brunnen für das Camp gebaut, dennoch fehlt es den Familien an lebensnotwendigen Gütern. Für dieses Camp übernahm unser langjähriges und vertrautes Mitglied Winuss Azizi die Planung und Organisation der Winterhilfe.

 

Die überschüssigen Spenden der Aktion fließen unmittelbar in unsere Bildungsprojekte.

Grundschule Khoja Mohammad Parsa -  Visions4Children

Grundschule Khoja Mohammad Parsa

Kabul, Afghanistan
Projektstart: 2020

Spendenstand: 381.081 €

Ziel: 454.636 €

Spendenstand: 381.081 €

Ziel: 454.636 €

Die Khoja Mohammad Parsa Grundschule befindet sich in einem der ärmsten Stadtviertel der afghanischen Hauptstadt Kabul. Die rund 600 Schüler*innen der Schule stammen aus ökonomisch schwachen und sozial unterprivilegierten Familien. Das Schulgebäude und die Sanitäranlagen sind in einem derart desolaten Zustand, dass die Kinder aufgrund der Einsturzgefahr in eine benachbarte Schule evakuiert wurden. Doch auch dort beeinträchtigt ein gefährlicher Schulweg und Platzmangel die Lernqualität und Anwesenheitsrate. Gemeinsam mit unserem lokalen Partner OASE wollen wir nun für die Mohammad Parsa Grundschule neue Klassenräume und Sanitäranlagen bauen. Zusätzlich werden die Baumaßnahmen durch Hygieneworkshops und Fortbildungen für Lehrkräfte ergänzt. Um nicht nur das Umfeld, sondern auch das Lernen für die Kinder in angemessener Qualität zu gewährleisten.

Ausgangssituation

Rund 350 Mädchen und 250 Jungen, insgesamt also ca. 600 Schüler*innen im Alter von 6-13 Jahren sind an der Khoja  Mohammad  Parsa  Grundschule in Kabul registriert. Die Schule befindet sich in einem der ärmsten Stadtviertel Kabuls. Der Stadtteil  ist im Vergleich zur Neustadt  wenig  entwickelt und modernisiert. Eine  Strom- und Wasserversorgung  liegt nur teilweise vor.  Die Bewohner*innen der Altstadt stammen mehrheitlich aus wirtschaftlich schwachen Verhältnissen mit einem geringen Bildungsstand. Sie sind, sofern sie einer geregelten Tätigkeit nachgehen können, überwiegend in handwerklichen Berufen erwerbstätig, gefolgt von einfachen Händler*innen und wenigen Regierungsangestellten. Wie in anderen Stadtteilen Kabuls gehört Kinderarbeit auch in diesem zum Alltag.

   

Das Schulgebäude der Grundschule  befindet sich in einem ehemaligen Wohnhaus, das an das Bildungsministerium gespendet wurde. Das Gebäude, wie auch  die dazugehörigen Latrinen befinden sich in einem desolaten Zustand. Daher wurde die Schule vor fünf Jahren wegen Einsturzgefahr evakuiert und steht seitdem leer.  Das Bildungsministerium hat aufgrund finanzieller Engpässe bislang keinen Wiederaufbau bzw. eine Renovierung der Gebäude vorgenommen, noch sind Baumaßnahmen für die Zukunft geplant.

   

Momentan sind die Schüler*innen  an der  Highschool  Aryana  Schule untergebracht und werden in den dortigen Klassenräumen unterrichtet.  Um den Unterricht an der  Aryana  Schule für alle Schüler*innen aufrechtzuerhalten, findet der Unterricht  nicht wie gewohnt in zwei,  sondern in drei Schichten statt. Dies bedeutet für die jeweiligen Schichten im Gesamten  weniger Unterrichtszeit. Da jedes Jahr  tendenziell mehr  neue Schüler*innen hinzukommen, reichen die räumlich  ohnehin schon  begrenzten Kapazitäten immer weniger aus. Außerdem schließt der Schulweg die lebensgefährliche Überquerung einer Schnellstraße mit ein.  Besonders für die jüngeren Schüler*innen stellt dies eine untragbare Gefahr dar.

Problemstellung und Lösung

Nach mehrmaliger Besichtigung der Schule durch unsere Kollegin vor Ort und Gesprächen mit dem Schulleiter, der Lehrerschaft und einigen Schüler*innen, wurde deutlich, dass die Schule dringend Unterstützung benötigt. Das Kernstück des Projekts ist der Bau von 12 Klassenräumen, 4 Büros, 6 Toiletten und einer Handwaschanlage. Für diese Bauarbeiten ist von den Ingenieuren vor Ort ein kompletter Abriss und Neubau der Schule empfohlen worden. Mindestens sechs der Klassenräume und die Toilettenanlage mit sechs Einzelkabinen werden barrierefrei zugänglich sein. Für die Handwaschanlage werden die im Grundboden des Grundstücks bereits vorhandenen Wasserleitungen angezapft. Mittels einer neuen Wasserpumpe wird das Wasser in den Wasserspeicher gepumpt, womit dann wiederum die neue Handwaschanlage bedient werden kann.

   

An der Mohammad Parsa Grunschule sind viele Unterrichtsmethoden veraltet und das Unterrichtsangebot wenig divers, da es an Fortbildungsmöglichkeiten für die Lehrkräfte mangelt. Deshalb planen wir 12 tägige Methoden- und Kalligrafie Workshops für die 22 Lehrerinnen. Damit die Grundschüler*innen auch die Möglichkeit haben, sich kreativ zu entfalten, werden neben den klassischen Lehrkompetenzen in den Methodenworkshops, auch Lehrmethoden und Inhalte kreativer Fächer wie Kalligraphie, Malen und Zeichnen adressiert. Diese finden in der Ausbildung der Lehrkräfte meist unzureichende Beachtung, obwohl Kalligraphie eine wichtige, kulturell verankerte und angesehene Kunstform in Afghanistan darstellt.

   

Des Weiteren sind für alle Schüler*innen, Lehrerinnen und Angestellte der Schule WASH-Workshops (Water, Sanitation and Hygiene) geplant. Sie sollen spielerisch den Umgang mit Wasser und die Bedeutung von Hygiene nahebringen. Durch kleine Übungen in Form von Spielen oder mittels eines Parcours durchlaufen und verinnerlichen die Schüler*innen die gesamten hygienischen Abläufe eines Toilettenganges, des anschließenden Händewaschens oder des richtigen Zähneputzens. Außerdem werden relevante Viruspräventionsmaßnahmen in den Workshops adressiert. Dies ist vor allem angesichts der aktuellen COVID19-Pandemie sehr wichtig. Auch in Kabul hat es eine enorme Ausbreitung des Virus gegeben, während viele Menschen kaum verstehen konnten, was passierte und wieso sie sich anders verhalten sollten, da Informationen nicht ausreichend verbreitet wurden.

   

Darüber hinaus wird es zu Projektende ein kleines Programm zur Etablierung einer sogenannten Ownership in der gesamten Schulgemeinschaft geben. Dies bedeutet, dass sie Eigenverantwortung entwickeln und sich mit den entstandenen Strukturen identifizieren. Das Programm umfasst zum Beispiel die gemeinsame künstlerische Gestaltung einer ausgewählten Schulmauer oder der Sanitäranlagen. Dabei entsteht ein Gefühl von Zugehörigkeit und Stolz gegenüber der eigenen Schule und motiviert alle Beteiligten zum Schulbesuch, sowie dem Erhalt der Strukturen.

   

Eine weitere Maßnahme bezieht sich auf unsere lokale Partnerorganisation OASE. Diese befindet sich momentan noch im Aufbau, besteht jedoch aus Mitgliedern unserer langjährigen Partnerorganisation VUSAF, mit welcher wir schon unzählige Projekte in Afghanistan erfolgreich abgeschlossen haben. Seitens der Organisation wurde zur Unterstützung des Aufbaus ein Bedarf nach Schulungen geäußert, dem wir sehr gerne nachkommen. Angedacht sind momentan Themen rund um die Organisationsentwicklung – wie bspw. Formulierung der Vision, Mission, Strategie, Zielsetzungen, Verantwortlichkeiten und Rollen im Team.

   

Um die tatsächlichen Wirkungen der Maßnahmen auf die Lernqualität zu messen, ist die Durchführung einer professionellen externen Evaluation geplant. Die Ergebnisse werden uns helfen, zukünftige Projekte noch wirkungsvoller zu planen und durchzuführen.

   

Die Gesamtprojektkosten der zuvor genannten Maßnahmen belaufen sich auf ca. 455.000 €. Das BMZ bezuschusst dieses Vorhaben mit ca. 321.000 €. Weitere finanzielle Unterstützung für dieses Projekt erhalten wir von der Cetto Foundation, der Stiftung Asienbrücke, dem Kinderbeirat Hannover und der Nader Etmenan Stiftung. Für die Aufbringung des restlichen Eigenanteils i.H.v. ungefähr 85.000 € sind wir jedoch weiterhin auf Spenden angewiesen.

Was bisher geleistet wurde

Erfolgreiche Baufortschritte

Dank der Trainings zu den Hygienemaßnahmen konnten die Bauarbeiten trotz andauerndem Lockdown und geschlossenen Schulen aufgrund der dritten COVID-19-Welle  weiter geführt werden. Nach dem erfolgreichen Abschluss der Fundamentarbeiten auf dem Gelände werden nun die Wände des neuen Schulgebäudes hochgezogen

Vorbereitungen für neue Gebäude

Nach Abrisss und Grundsteinlegung sind an der Mohammad Parsa Schule in Kabul die Vorbereitungen für die neuen Gebäude in vollem Gange. Nach Absteckung der Flächen, auf denen bald Klassenräume, Büros und Sanitäranlagen entstehen, wurden die Aushub- und Fundamentarbeiten sowie die Nivellierung des Geländes abgeschlossen.

Grundsteinlegung

In unserem Schulbauprojekt wurde nun der Grundstein für das neue Gebäude gelegt. Damit kann der Bau von den 12 Klassenräumen und Sanitäranlagen beginnen.

Baustart

Ein Highlight auf Hilas Projektreise war der Baustellenstart an der Mohammad Parsa Schule. In dem Schulbauprojekt konnten nach dem langen Winter und einigen Schwierigkeiten bezüglich der Baugenehmigung nun endlich die Bauarbeiten beginnen. Das ruinenartige Gebäude wird komplett abgerissen und neu aufgebaut. Für rund 600 Schüler*innen sollen 12 Klassenräume, 4 Büros, Toiletten und eine Handwaschanlage errichtet werden.

Projektbesuch

Unsere Vorstandsvorsitzende Hila besucht erstmalig die Khoja Mohammad Parsa Grundschule und bespricht mit unserer lokalen Partnerorganisation OASE das weitere Vorgehen.

Bestandsaufnahme der Grundschule

Unser Mitglied Winuss macht eine erste Bestandsaufnahme. Der Anblick des baufälligen Gebäudes und Gespräche mit dem Schulleiter, den Lehrerkräften und einigen Schüler*innen offenbaren den desolaten Zustand der Schule. Schnell wird klar, dass die Schule dringend Unterstützung benötigt.

Corona Aktion 2020 – Nothilfepakete für Mukono, Uganda -  Visions4Children

Corona Aktion 2020 – Nothilfepakete für Mukono, Uganda

Mukono, Uganda
Projektstart: 2020

Abgeschlossen

Erreichtes Ziel:

22.613 €

Abgeschlossen

Erreichtes Ziel:

22.613 €

Die Bekämpfung der Ausbreitung der Coronavirus-Pandemie stellt uns alle vor große Herausforderungen. Seit dem Ausbruch der Atemwegserkrankung COVID-19 steigt die Zahl der Infektionen und der Todesfälle in vielen Teilen dieser Welt weiterhin schnell an. Gleichzeitig wurde es für viele ärmere Familien weltweit immer schwieriger und teurer Nahrungsmittel zu beschaffen. Es ist erschwert, als Tagelöhner*innen Geld zu verdienen und Gesundheits- sowie Versorgungssysteme sind überlastet. Bereits mit dem Start der Krise Anfang März war uns klar: Wir möchten gemeinsam mit unserem Partner KIDA in Uganda eine Nothilfe-Aktion starten, um hier ansässigen besonders bedürftigen Personengruppen Unterstützung zu bieten.

Problemlösung: Nothilfepakete für 258 Familien in Uganda

Zusammen mit unserem Partner KIDA (Katosi Intercommunity Development Alliance) im Süden von Mukono handelten wir schnellstmöglich und starteten eine Corona Nothilfe-Aktion, um Menschen in Not (alleinerziehende Mütter und ihre Familien, Menschen mit Behinderungen, ältere Menschen und Kinder) aufzuklären und mit Lebensmittelpaketen versorgen zu können. Diese Region Ugandas ist besonders betroffen von den Maßnahmen der Regierung, um die weitere Ausbreitung des Virus einzudämmen.

 

Unsere Partnerorganisation KIDA versorgte 258 Familien (das entspricht 1.303 Personen) aus drei verschiedene Zielgruppen:

 
  • 131 Familien, die in von Jugendlichen (zwischen 10 und 18 Jahren) geführten Haushalten leben
  • 81 Familien von alleinerziehenden Frauen
  • 6 Familien mit älteren Menschen und Menschen mit Behinderungen

Ein Paket für den Preis von ca. 54 € beinhaltete: 40 kg Maismehl, 10 kg Bohnen, 10 kg Reis, 2 kg Salz , 3 L ÖL und 5 Stücke Seife.

Spendenstand und Durchführung

Von Visions for Children e.V. hatte KIDA bereits 12.726 € erhalten, womit 258 Familien unterstützt werden konnten. Die verteilten Lebensmittel für die Nothilfepakete stammten aus einem Warenhandel im Handelszentrum im Süden Mukonos, der Region Kisoga. Zudem wurde der Spenden-Überschuss aus der Ramadan Nothilfe-Aktion 2020 in Kabul an KIDA überwiesen, um die Aktion auf mehr bedürftige Familien ausweiten zu können.

Nothilfe Aktion 2020 – Corona Nothilfe für Herat -  Visions4Children

Nothilfe Aktion 2020 – Corona Nothilfe für Herat

Herat, Afghanistan
Projektstart: 2020

Abgeschlossen

Erreichtes Ziel:

33.740 €

Abgeschlossen

Erreichtes Ziel:

33.740 €

Weltweit breitet sich derzeit das Coronavirus aus. Mit Sorge schauen wir vor allem auf die Situation in Krisengebieten und in sehr armen Regionen. Derzeit richtet sich unser Blick insbesondere nach Afghanistan.

Ausgangssituation

In Afghanistan, wo nach vier Jahrzehnten Krieg eine akute medizinische Unterversorgung vorherrscht, gibt es praktisch kein Gesundheitssystem; es fehlt sowohl an Personal wie an medizinischer Ausstattung.

 

Trotz des unterschriebenen Friedensabkommens im Frühjahr 2020 mit den Taliban bekämpfen sich Taliban und afghanische Armee weiterhin. Neben diesen andauernden Konflikten gehen wichtige Informationen zu der aktuellen Corona-Pandemie unter. Ohne die Situation überhaupt richtig verstehen zu können, sehen sich viele Menschen mit existenzbedrohenden Folgen der Krise konfrontiert.

 

Aus Herat berichtete unser Mitglied Winuss, die sich am 21. März 2020 mit Betroffenen aus dem Flüchtlingscamp „Minara“, als auch mit Menschen auf der Straße unterhalten hat:

 

„Seit der Pandemie können die Tagelöhner nicht mehr arbeiten. Sie haben weder Lebensmittel-Reserven, noch Geld. Viele fühlen sich von der Afghanischen Regierung jetzt im Stich gelassen. Sie wissen nicht, wie es weitergehen soll. Die GIZ und weitere internationale Hilfsorganisationen haben aufgrund der Gefahrensituation bereits das Land verlassen. In der Stadt Herat haben fast alle Geschäfte zu, nur noch einige Supermärkte haben offen. Die Preise sind stark angestiegen, der Preis für Bohnen hat sich etwa verdoppelt. Die Flüchtlingscamps sowie die Straßen Herats sind auch sehr leer, trotz Nouroz, wo eigentlich immer gefeiert wird.“

Problemlösung

Wir reagierten mit ersten Sofortmaßnahmen und verlegten unsere alljährliche Ramadan-Aktion um einen knappen Monat nach vorne, damit wir die Nothilfe zeitnah an die von der Ausnahme-Situation mit am stärksten betroffenen Personenkreise verteilen konnten: Tagelöhner, Flüchtlinge und Menschen mit Behinderungen.

 

Im Frühjahr 2020 konnten wir bereits drei Aktionen in Herat starten. Dabei versorgten wir eine Blindenschule mit 170 Schüler*innen, ein Ausbildungszentrum für Kriegs- und IED (Injuries from roadside improvised explosive devices) – Verletzte mit 82 Lehrlingen und das Flüchtlingscamp “Minara”, welches sich 7km vom Stadtzentrum entfernt befindet und das von 282 Familien (Binnenflüchtlinge aus Ghor und dem Süden des Landes) bewohnt wird.

Ein Paket kostet 65 € und beinhaltet in etwa*: 50kg Mehl, 6 l Öl, 10kg Zucker, 1kg Tee, 5kg Bohnen, 10kg Reis, Hygieneartikel (Seife & Shampoo) und Schulmaterial (Schreibpapier für Schulkinder).

Ramadan Aktion 2020 – Corona Nothilfe für Kabul -  Visions4Children

Ramadan Aktion 2020 – Corona Nothilfe für Kabul

Kabul, Afghanistan
Projektstart: 2020

Abgeschlossen

Erreichtes Ziel:

22.500 €

Abgeschlossen

Erreichtes Ziel:

22.500 €

Weltweit breitet sich derzeit das Coronavirus aus. Mit Sorge schauen wir vor allem auf die Situation in Krisengebieten und in sehr armen Regionen. Derzeit richtet sich unser Blick insbesondere nach Afghanistan.

 

In Kooperation mit dem Afghanischen Frauenverein e.V. konnten wir im Fastenmonat Ramadan im Flüchtlingscamp Ghaibi Baba in Kabul 300 Familien mit überlebenswichtigen Lebensmittel- und Hygienepaketen ausstatten.

Ausgangssituation

Der Fastenmonat Ramadan ist eine gemeinschaftliche Zeit, in der auf Achtsamkeit und Nächstenliebe gesetzt wird. Durch Corona und die damit verbundenen Einschränkungen ist das gemeinsame Fastenbrechen, welches ein wichtiger Teil des Ramadans ist, leider in diesem Jahr nur in kleinstem Rahmen möglich.

 

Was in diesem Jahr auch anders war und uns mächtig Sorgen bereitete: Es gibt keine großen Armenspeisungen. Normalerweise soll im Ramadan Essen an Bedürftige verteilt werden, an Ramadan-Tafeln, von Reichen bewirtet, kommen viele Arme zum Fastenbrechen zusammen. Da die Speisungen wegfallen und viele Tagelöhner*innen bereits aufgrund der Pandemie keine Einkünfte generieren, droht im Land großer Hunger. Dazu kommt, dass sich die hygienischen Umstände weiter verschlechtern.

Problemlösung

In diesem Jahr unterstützten wir erneut das Geflüchteten-Camp Ghaibi Baba in Kabul. Derzeit leben dort rund 300 Familien. Sie wurden aus unruhigen afghanischen Provinzen vertrieben (u.a. Nangahar, Wardak und Kapisa). Die Lebensumstände dieser Binnengeflüchteten sind erschreckend schlecht, derzeit leben sie in Zelten oder Rohlehmbauten. Wir möchten mit Lebensmittel- und Hygienepaketen dafür sorgen, dass die im Camp wohnhaften Familien auch diese schwere Krise in Zeiten des Ramadan durchstehen.

Ein Lebensmittel- und Hygienepaket kostet 75 €  & beinhaltet ca.:

  • 50 kg Mehl

  • 10 L Öl

  • 7 kg Zucker

  • 1 kg Tee

  • 7 kg Bohnen

  • 7 kg Reis

  • Hygieneartikel (Masken, Seife, Handschuhe)

Wir kooperierten hier erneut mit dem Afghanischen Frauenverein e.V., der bereits auf 27 Jahre Erfahrung im humanitären Bereich zurückblicken kann. Die Güter wurden vor Ort besorgt und Anfang Mai an die Menschen verteilt. So stärken wir die afghanische Wirtschaft und die Hilfe kommt direkt dort an, wo sie gebraucht wird.

Parallel zur Verteilung der Lebensmittel und der Hygieneartikel hat der Afghanische Frauenverein e.V. eine Aufklärungskampagne gestartet. Mit Info-Bannern und Plakaten hat das elfköpfige Team des Afghanischen Frauenvereins die Bewohner*innen über Schutzmaßnahmen informiert. ⠀

Wir starteten in die Aktion mit einem aus der Corona Nothilfe Aktion in Herat gesammelten Spendenüberschuss von 4.620,79 €, den wir in die bereits gesammelte Spendensumme jeweils mit einberechnet kommunizierten.

Ramadan Aktion 2019 – Hungerfreipakete für Kabul und Herat -  Visions4Children

Ramadan Aktion 2019 – Hungerfreipakete für Kabul und Herat

Kabul und Herat
Projektstart: 2019

Abgeschlossen

Erreichtes Ziel:

35.000 €

Abgeschlossen

Erreichtes Ziel:

35.000 €

Afghanistan zählt zu den ärmsten Ländern der Welt, der Großteil der Bevölkerung ist unterernährt und leidet unter Hunger. Besonders schwer betroffen sind Witwen und ihre Kinder, die gesellschaftlich ausgegrenzt werden. Um den Benachteiligten zu helfen, starteten wir zu Ramadan 2019 die Aktion.

Ausgangssituation

Unsere Vorstandsvorsitzende Hila und unser Vereinsmitglied Arthur waren im Rahmen einer Projektreise Ende März vor Ort und machten sich selbst ein Bild von den Lebensbedingungen im Camp Pul-e-Sheena, wo Geflüchtete aus allen Teilen des Landes und Rückkehrer aus Pakistan in Lehmhäusern, bedeckt mit einfachen Planen, leben. Eine ähnlich unzumutbare Situation fand unser Mitglied Winuss Azizi im Camp Ansar in Herat vor, wo die geflüchteten Familien in alten UNICEF-Zelten ihren einzigen Schutz finden. In beiden Camps mangelt es an grundlegenden Nahrungsmitteln um das tägliche Überleben zu sichern.

Problemlösung

Wie jedes Jahr wurden wir auch in 2019 wieder tatkräftig unterstützt. Dieses Jahr haben wir pünktlich zum Start des Ramadan 255 Flüchtlingsfamilien im Camp Ansar in Herat und 520 Flüchtlingsfamilien im Camp Pul-e-Sheena in Kabul mit Grundnahrungsmitteln versorgt, u.a. mit Öl, Mehl, Zucker, Tee, Bohnen, Reis und einem 50 l Wassereimer.

 

Wir setzen dabei auf das Prinzip der Direkthilfe – in diesem Fall heißt das, dass unser Kooperationspartner, der Afghanische Frauenverein e.V., und Mitglieder vor Ort die Lebensmittel einkaufen und diese direkt an die Familien verteilen – fair, transparent und kurz vor dem Fastenmonat. Sobald der Bedarf der Familien gedeckt wurde, flossen die überschüssigen Spenden unmittelbar in unsere Schulbauprojekte.

Ramadan Aktion 2018 – Hungerfreipakete für Kabul und Herat -  Visions4Children

Ramadan Aktion 2018 – Hungerfreipakete für Kabul und Herat

Kabul und Herat, Afghanistan
Projektstart: 2018

Abgeschlossen

Erreichtes Ziel:

22.275 €

Abgeschlossen

Erreichtes Ziel:

22.275 €

Die Winter in Afghanistan sind eisig kalt. Zusätzlich zu lebensbedrohlichen Temperaturen und starkem Schneefall müssen die Menschen hier auch aufgrund von Dürre mit Nahrungsmittelknappheit zurechtkommen. Laut UNHCR (2017/12) befinden sich 2,6 Millionen Binnenflüchtlinge in solch einer entwürdigenden Situation.

 

Vertrieben oder geflohen vor Konflikten oder Dürre im eigenen Land, bleibt ihnen meist nichts anderes übrig, als zu Tausenden in Flüchtlingscamps ums Überleben zu kämpfen. Sie müssen Kälte leiden und bei bis zu -15 Grad Celsius in Zelten schlafen, oft ohne Decken und wärmende Kleidung. Aufgrund nicht vorhandener Arbeitsmöglichkeiten finden die Menschen kaum einen Weg aus der Armut. Der Lohn für gelegentliche Arbeiten als Tagelöhner reicht einfach nicht dafür aus, die eigenen Familien zu ernähren.

Ausgangssituation

In Herat haben wir über die kleine Stiftung „Bonyad Nikukari dasthaye“ den Kontakt zu 50 Kindern hergestellt, die ursprünglich Straßenarbeiter*innen waren. Mit Unterstützung der Stiftung können diese nun aber die Schule besuchen. Durch die limitierten Ressourcen der Stiftung, die allein privat betrieben wird, ist die Versorgung der Kinder und ihrer Familien mit Grundnahrungsmitteln schwierig und trifft sie vor allem im Ramadan mit voller Härte.

 

In Kabul ist die Ausgangssituation ähnlich. Unser Partnerverein „Kufa e.V.“ betreibt hier ein Förderzentrum, in dem Kinder die Grundlagen des Rechnens und Schreibens sowie praktische Tätigkeiten wie z.B. das Tischlern lernen können. Insgesamt 70 Kinder besuchen sporadisch das Zentrum, um die angebotenen Freizeitmöglichkeiten zu nutzen und sich von der Straßenarbeit, zu der diese Kinder tatsächlich gezwungen sind, abzulenken. Die Kinder und ihre Familien leben in den ärmlicheren Gebieten Kabuls und benötigen dringend Unterstützung.

Problemlösung und Ergebnis

Schon 30 € reichen in Afghanistan aus, um eine 4 bis 5-köpfige Familie einen kompletten Monat lang zu ernähren. Während des Fastenmonats möchten wir Familien in Herat und Kabul mit Grundnahrungsmitteln versorgen. Wir setzen dabei auf das Prinzip der Direkthilfe – in diesem Fall heißt das, dass unsere Partner und Mitglieder vor Ort die Lebensmittel (Reis, Öl, Bohnen, Mehl, Salz, Tee und Zucker) einkaufen und sie direkt an die Familien verteilen – kurz vor dem Fastenmonat.

 

Bereits im Mai 2018 wurde der Spendenbedarf für die bedürftigen Kinder in Kabul und Herat erreicht. Die Ramadan-Aktion 2018 war sogar der erfolgreichste Spendenaufruf, den wir jemals hatten! Die gesamte Spendensumme von 22.275,43 € (Stand Juni 2018) übertraf alle bisherigen Aktionen und ist damit bis dato Vereinsrekord.

 

In Herat konnten wir durch die Hungerfreipakete alle Kinder mitsamt ihren Familien versorgen. Hierfür wurden die Nahrungsmittel durch unser Vereinsmitglied Winuss vor Ort in Herat besorgt und an die bedürftigen Familien verteilt. Die Umsetzung erfolgte bereits Anfang Mai – rechtzeitig vor dem Beginn des Ramadan. Die Versorgung wurde für insgesamt zwei Monate sichergestellt. Nach der überwältigenden Spendenbereitschaft beschlossen wir, die Aktion in Herat zu verlängern und die Familien für zwei weitere Monate zu versorgen.

 

Auch die Hungerfreipakete in Kabul konnten die Kinder und ihre Familien vollumfänglich versorgen. Die Pakete wurden auch hier bereits Anfang Mai besorgt und durch unseren Partner Kufa vor Ort an die bedürftigen Kinder verteilt.

 

Wie jedes Jahr haben wir den Kindern sowohl in Herat als auch in Kabul zusätzlich Eid-Geschenke besorgt. In Herat haben die Kinder neben Süßigkeiten Hemden, Schals und Schuhe erhalten. In Kabul gab es sowohl Süßigkeiten als auch Schuhe und Hemden.